Warum die Facebook-Sperren die Menschen so hart treffen

By | 5. Juni 2018

Gelegentlich wird von Richtern die Frage aufgeworfen, warum sich Facebook-Nutzer denn überhaupt so sehr wegen einer 30-tägigen Sperre aufregen und die Gerichte anrufen. Manchmal spielt bei solchen Richtern eine Geringschätzung der Meinungsäußerungsfreiheit eine Rolle (weswegen wir solche Richter dann auch wegen Befangenheit ablehnen).

Meist ist es aber schlicht fehlendes Verständnis für die Bedeutung, die Facebook mittlerweile in unserer täglichen Kommunikation einnimmt. Und die ist gewaltig.

Nach Facebooks eigenen Angaben nutzen weit über 20 Mio Menschen in Deutschland Facebook täglich – sie lesen Nachrichten, schreiben Kommentare, benachrichtigen ihre Freunde, sprechen Glückwünsche aus. Facebook ist zur ortsunabhängigen Kommunikationsplattform geworden, die für viele Menschen gar nicht mehr wegzudenken ist.

Weil die Nutzer nicht mehr auf ihre unmittelbare Umgebung angewiesen sind, können sie sich mit Gleichgesinnten zusammenfinden, von denen sie vorher gar nicht wussten, dass es sie gibt – ob das politische Gruppen sind oder andere Interessengruppen.

Und all diese Möglichkeiten wollen Zensoren bei Facebook für einen ganzen Monat entziehen, weil ihnen eine Meinungsäußerung nicht gefällt?

Eine Mandantin schrieb uns: “Ich sitze seit Jahren im Rollstuhl und bin viel alleine, Familie habe ich keine mehr. Facebook ist praktisch meine einzige Möglichkeit, mit anderen Menschen zu kommunizieren.”

Es ist großartig, dass es diese Möglichkeit jetzt gibt. Und empörend, dass Zensoren diese Möglichkeit wieder nehmen wollen.

Wir kämpfen dagegen!

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