Gefahr aus der Facebook-Giftküche

By | 11. Juni 2018

Wie zwei bekannte Blogger in einem Videogespräch vor kurzem berichtet haben, scheint Facebook nunmehr dazu überzugehen, Nutzer mit angeblich rechtswidrigen Beiträgen nicht mehr zu sperren. Auch der Beitrag selbst wird nicht mehr gelöscht – er wird auf „unsichtbar“ geschaltet. Was auf den ersten, flüchtigen Blick als Situationsverbesserung daherkommt (und es im Hinblick auf den Wegfall der Sperre natürlich auch ist), ist aber in Wahrheit nur eine neue Methode, um den täglichen Zensurwahnsinn harmloser aussehen zu lassen als er ist.

Der Grund, warum wir alle Facebook nutzen, ist, weil wir unsere Meinung und Gedanken teilen wollen. Es soll also nicht nur beim Äußern einer Meinung bleiben, denn das könnten wir auch unserem Tagebuch anvertrauen – selbstverständlich erwarten wir, dass unsere Äußerungen auch von anderen gesehen und gelesen werden können. Ob diese anderen Menschen dann unsere Meinung und Auffassungen teilen, ist eine ganz andere Frage

Gegenstand der Zensurwelle auf Facebook und insofern auch erklärtes Ziel von Heiko Maas ist es aber, genau das zu verhindern. Missliebige Gedanken, von der Politik rechtswidriger Weise als „Hasssprache“ verunglimpft, soll keine Leser mehr finden.

Es geht also nicht darum, das Äußern einer Meinung zu verbieten, sondern die Verbreitung einer missliebigen Meinung. Genau das ist Zensur, und genau hier setzt Facebook mit der geänderten Politik nunmehr an.

Tatsächlich ist die Politik ja auch gar nicht geändert, denn so wie bisher durch die Löschungen verhindert Facebook jetzt eben durch das „unsichtbar“ machen, dass andere Nutzer die Beiträge sehen können.

Das Ziel dieser Politikänderung und die verharmlosende Verwendung des Begriffes „unsichtbar machen“ ist, die Facebook-Nutzer einzulullen und den Eindruck zu vermitteln, als ob eigentlich gar nichts Schlimmes passieren würde. Facebook hofft also darauf, seine Nutzer an die Zensur zu gewöhnen und insbesondere darauf, dass die Nutzer dann ihre Rechte nicht mehr wahrnehmen.

Ob diese perfide Taktik von Facebook Erfolg haben wird, muss man sehen. Jedenfalls zeigt sich jetzt schon eines deutlich: der Widerstand, den wir Facebook entgegensetzen, zeigt seine Wirkung. Es dürfte klar sein, dass Facebook ohne unseren heftigen Widerstand und vor allem unsere gerichtlichen Erfolge keinen Anlass sehen würde, Änderungen an der bisherigen Politik vorzunehmen.

Insofern nehmen wir auch diese neue Volte einfach zur Kenntnis und werden uns darauf einstellen – zum Wohl unserer Mandanten.

One thought on “Gefahr aus der Facebook-Giftküche

  1. Peter Mersch

    Kennen Sie meine Beiträge zum Shadow Banning auf Facebook?
    https://www.facebook.com/notes/peter-mersch/shadow-banning-auf-facebook/1885374258147628/

    Meines Erachtens ist das Verfahren schon länger aktiv. Auf den Angeboten der Öffentlich-rechtlichen Sender halte ich es schlichtweg für illegal, da es zahlende Kunden betrifft.

    An meiner Dokumentation erkennt man sehr gut, dass ganz normale Sachbeiträge – für den Betroffenen nicht unmittelbar erkennbar – verschattet werden.

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